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Die Beispiele von Gewalt an Schulen oder
von Schülern sind zahlreich. Es wird deutlich, was in
Folge immer wieder kontrovers diskutiert wird: laut Polizeistatistik
gibt es einen starken Anstieg der Kriminalität bei Tätern
unter 21 Jahren. 1995 waren es noch zwar 87,3% der Schüler,
die noch nie eine Schlägerei mitgemacht haben oder zusammengeschlagen
worden sind. Jahre zuvor waren es noch über 90%. Die
Anzahl der Mehrfachtäter jedoch stieg über die Jahre
von 2 auf 6% an. Insgesamt werden nur 4% aller Gewalttaten
von Kindern verübt. Dennoch steht fest, dass viele Einzelfallgeschichten
und Statistiken zu einer zunehmenden Verunsicherung unter
allen betroffenen führen. Um sich mit den verschiedenen
Handlungsmöglichkeiten auseinandersetzten zu können,
sollten neuere Begriffe im Zusammenhang mit Gewalt verwendet
werden. Im Seminar soll das Streitschlichter-Modell (Mediation),
welches schon in einigen Schulen zur Konfliktlösung herangezogen
wird, vorgestellt werden. Mediation gilt als viel versprechender
Weg einer Lösungsorientierten Konfliktkultur. Bei der
Mediation handelt es sich um eine Vermittlung in Konflikten
durch unparteiische Dritte. Im schulischen Bereich werden
dazu einzelne Schüler zu Konfliktlotsen ausgebildet,
man spricht in diesem Falle von einer Peermediation. Dafür
werden meist beliebte Schüler wie Schüler- oder
Klassensprecher ausgewählt. Diese erhalten eine Sprechzeit
während einer Unterrichtsstunde und einen eigenen Mediationsraum.
In der Pause gibt es bestimmte Plätze, wo man Mediatoren
als Ansprechpartner finden kann. Das Streitschlichtermodell
kann an einer Schule nur erfolgreich aufgebaut werden, wenn
Schulleiter und Kollegium sich bereit erklären, das Projekt
zu unterstützen und sich nicht in die Konfliktregelung
der Schüler einmischen. Hier sind die SchülerInnen
selbst diejenigen, die versuchen Streitigkeiten oder sogar
Gewaltkonflikte ihrer MitschülerInnen zu lösen.
Überverschiedene gemeinsame Rollenspiele wird das an
ersten Tag grundlegend und theoretisch Erlernte dann am zweiten
Tag in die Praxis umgesetzt. Die Veranstaltung richtet sich
vornehmlich an SchülerInnen, Schülerräte, Multiplikatorinnen
der Jugendarbeit und LehrerInnen.
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